„Wiesel“ Reifen, Kleben, Schleifen und Feintuning Vorwort:
Die Technik überholt solche Tipps vielfach, so schleife ich heute
nicht mehr Nass sondern Trocken von 800, 1000, 1500, 2000, 2500 bis
3000, jeweils ca 20x von aussen nach Innen geführt.
In vielen Rennserien werden mittlerweile die sogenannten Wieselreifen verwendet, zeit also den Geheimnissen dieser Pneus mal auf den Zahn zu fühlen. Zuerst müssen wir den Begriff Wiesel Reifen erklären. Der Name
leitet sich aus dem Erfinder Stephan Wiesel heraus. Ähnliche Reifen
werden noch von den Herstellern Ortmann und Dickel
hergestellt. Diese liegt bei diesen Reifen meist bei ca. 45 Shore, je höher die Shore Zahl desto härter ist ein Reifen. Ebenfalls kann man mit dem Märchen aufräumen das es sich bei diesen Pneus um Sillikonreifen handelt. Vielmehr
ist Polyurethan ein Ausgangsmaterial, das
genaue Rezept behalten die Reifenköche verständlicherweise für sich.
Wie für jede Arbeit benötigt man natürlich auch Werkzeug, für die Reifen sind folgende Dinge wichtig: Sekundenkleber z.B. Loctide 401, noch besser Weicon Black! Zahnstocher oder Nadeln. 3mm Achse Schraubstock oder ein 3mm Loch im Arbeitstisch 80er Schmirgelpapier 2000er Abralon Schleifpads Aceton Schlüsselfeile Reifendrehbank(z.b Hudy) mit entsprechendem Netzgerät Auch auf den Arbeitsschutz ist zu achten, Mundschutz und ggf. eine Augenschutzbrille sollten benutzt werden. Die verwendeten Reifen haben einen Innendurchmesser von ca.15,5mm ca.16mm breite und einen Außendurchmesser von ca. 26mm. Einsatzgebiet soll die DSC sein, die Endmaße sollen 13mm breite bei 25mm Durchmesser sein. Bei den verwendeten Alufelgen sollte man darauf achten, dass diese keinen störenden Innen oder Außenbund haben. Ist einer vorhanden sollte man diesen mit dem 80er Schmirgelpapier auf der Reifendrehbank abgeschliffen werden. Dafür lässt man die Felge langsam drehen und hält das Schmirgelpapier mit der Hand auf den Bund. In jedem Fall sollte man die Felge mit dem 80er Schmirgelleinen anrauen, was man ebenfalls leicht auf der Maschine erledigen kann. Der Reifen wird ebenfalls innen mit dem Schleifpapier angeraut und anschließend mit Spüliwasser gewaschen. Wie eingangs erwähnt bestehen diese Reifen aus 2-komponenten Material, das heißt sie werden in eine Form gegossen, um sie besser entformen zu können werden sie meist mit Trennmittel eingesprüht. Um dieses zu entfernen sollte man die Reifen von Innen mit einem Putzlappen und Aceton entfetten. Wem Aceton zu Aggressiv ist( Bei neuen Dickel oder Ortmanreifen ist es laut einem Forumsteilnehmer vorgekommen das der Reifen sich auflöste) der kann auch auf 100% Isopropanol zurückgreifen. Diese Alkoholform ist in der Apotheke zu erwerben. Die angerauten Felgen werden natürlich ebenfalls entfettet. Die Felge
wird anschließend auf eine Achse gesteckt und mit der Madenschraube
festgeschraubt. Anschließend stülpt man den Reifen so über die Felge
das er auf beiden Seiten gleichmäßig übersteht. Das andere Ende der
Achse wird entweder in einem Schraubstock befestigt oder in ein 3mm
großes Loch das man in seine Arbeitsplatte gebohrt hat gesteckt.(Bild1) Küchentischbastler
können sich mit einer Stahlplatte, auf der eine 3mm Achse festgeschraubt
wird behelfen. Der Kleber
wird hierbei nicht direkt durch die Flaschenkanüle entnommen sondern
erst auf eine geeignete Unterlage aufgetragen. Als Alternative lässt
sich bei vielen Sekundenklebern auch der Schraubverschluss auf dem die
Verschlusskappe aufgeschraubt ist aufdrehen, so ist ein genügend große
Öffnung vorhanden um den Sekundenkleber direkt mit Zahnstocher oder
Nadel zu entnehmen. Mit der einen Hand hebt man den Reifen von der Flankein, der anderen Hand trägt mit man einen Zahnstocher oder einer Nadel, den Kleber zwischen Reifen und Flanke auf. Anschließend dreht man den Reifen um 90Grad weiter und wiederholt die Prozedur. Dies wird so lange wiederholt bis der Reifen rund herum aufgeklebt ist, anschließend wird die Felge umgedreht und die Prozedur auf der Rückseite des Reifen wiederholt und natürlich beim zweiten Reifen dasselbe noch mal. Beim Kleber sollte man so wenig wie möglich und so viel wie nötig auftragen, was schon etwas Erfahrung bedarf. Bei zu viel Kleber dauert der aushärte Vorgang zu lange und es läuft eventuell Kleber in die Felge hinein. Bei zuwenig Kleber hebt sich der Reifen wieder von der Felge wodurch sich beim Fahren eine Unwucht ergibt. Auch wenn der Kleber Sekundenkleber heißt sollte man ihm 2-3 Stunden Zeit geben bevor man zum Reifenschleifen übergeht. Nun geht es an das Reifenschleifen, hierfür sollte man unbedingt eine professionelle Reifenschleifmaschine wie z.B. Hudy nutzen. Die Hudy wurde eigentlich für die kleineren Reifen der Wing und Scalecar Klassen entwickelt, für Modelcars sind die beiden Stellschrauben zu kurz. Im Baumarkt findet man problemlos längere Exemplare und kann auch gleich eine passende Feder kaufen, diese wird ggf. gekürzt und wie im Bild ersichtlich um die linke Stellschraube montiert, so verhindert man ein versehentliches verdrehen durch Vibrationen oder anderem. Mit einem Reifen im entsprechenden Durchmesser als Schablone oder einer Schieblehre wird mit der linken Stellschraube der gewünschte Durchmesser eingestellt, bei 25,5mm muss hier die Schieblehre.14,25mm anzeigen(Reifen Durchmesser:2 + Achsdurchmesser:2). Wenn man Reifen auf 25mm schleifen will sollte man die Reifen beim ersten Schliff etwas größer machen deswegen hier 25,5mm. Da es einleuchtender weise leichter ist den Reifen runterzuschleifen als einen zu kleinen größer zu machen ist es ratsam den Durchmesser immer ein wenig zu groß einzustellen. Bei der Hudy kann man ferner einen Konus einstellen, im Achsblock wird dafür von unten die Schraube gelöst die zum Reifen zeigt. Nun kann der Block zur Schleifrolle geschoben werden und der Reifen wird außen im Durchmesser kleiner als innen. Der stärkste einstellbare Konus hat sich für die DSC Renner auch als optimale Einstellung erwiesen. Der Reifen wird nun auf der Hudy montiert und rechts und links ca. 1mm von der Felgen abgestochen. Hier für kann man die Abstechvorrichtung der Hudy oder ein Cuttermesser benutzen. Der Reifen wird nun auf seinen Durchmesser geschliffen, als Netzgeräte eignet sich das Proxxon NE5G, am besten stellt man hier Stufe 2 ein. Mit der rechten Schraube wird der Anpressdruck eingestellt, die Schrauben sollten immer so stehen, dass der Reifen nur leicht auf der Rolle drückt und so keine allzu große Wärme erzeugt wird. Die Schraube wird unter Beachtung des Anpressdrucks so lange langsam herausgedreht bis die Stellschraube anschlägt, dann lässt man den Reifen so lange drehen bis die Drehzahl hochgeht, der Reifen ist nun auf den korrekten Durchmesser geschliffen. Mit einer Schlüsselfeile werden die Kanten gerundet und auf die Seiten der Reifen so lange geschliffen bis man keine Vibrationen mehr verspürt. Die Flanken kann man der Optik halber anschließend noch mit 1000er oder 2000er Schmirgel glatt schleifen, eben so dass sie aussehen wie ein richtiger Slickreifen Die Seitenflanken sollten nicht zu wulstig ausfallen da der Reifen sonst in Kurven zu instabil wird. Der Übergang von der Reifenflanke zur Lauffläche ist abzurunden. Der Radius dieser Rundung richtet sich auch nach dem zu verwendeten Fahrzeug, bei 13mm Reifenbreite sollte man einen Mittleren Radius wählen wird der Reifen breiter sollte der Radius größer werden und umgekehrt. Je größer der Radius ist desto mehr Grip entwickelt der Reifen wenn das Fahrzeug in den Bereich des Kippen kommt, was je nach Fahrzeugbreite mit größer werdendem Maas unproblematischer, wird weil breite Auto einfach weniger leicht kippen. Des weiteren wurde festgestellt, das auf Bahnen mit viel Grip ein Reifen mit 15mm zu breit ist, daher rundet man den Übergang zwischen Flanke und Lauffläche stärker, so wird die Kontaktfläche zwischen Reifen und Fahrbahn verkleinert der Reifen bleibt aber insgesamt breit, den z.B. ein Porsche 917 würde mit 13mm Reifen schon etwas kläglich aussehen. Je nach Auto und Bahnzustand ist auch das Feintuning wichtig. Auf der Carrera Bahn schleifen Profis ihre Pneus in Stufen mit 2000er und 4000er Schmirgelpapier das zum Teil auch Nass und noch feiner. Auf Holzbahnen ist dies meist nicht nötig, im Allgemeinen langt es hier den Reifen mit 2000er Schmirgelpapier Nass zu polieren. Solche Reifen werden natürlich im Training geschont bzw. vor dem Rennen nochmals poliert. Es gibt aber auch Strecken auf der Reifen mit fortlaufenden Rennen besser wurden. Das sind aber alles , wie auch das Reifenschleifen in Öl Profitricks die einen Vorsprung vor dem Gegner sichern sollen der zum Teil verschwindend klein, aber Rennendscheidend sein kann, das es in diesem Bereich jeder macht sind sie fast schon wieder Obsolet. Für den Engagierten Heim oder Clubfahrer ist es wichtiger die Reifen in die richtige Form zu bringen, daher abschließend noch ein paar Beispiele wie ein Reifen aussehen soll und welche Fehler auftreten können. Generell sollte der Reifen eher eine konvexe Lauffläche haben, wird der Reifen zu schnell geschliffen heben sich die Seiten vom Reifen leicht an und der Reifen wird konkav, der Reifen sollte dann ein wenig abkühlen und mit einer Feile werden die höherstehenden Kanten dann wieder zurückgeschliffen Nachfolgend ein Paar Beispielbilder, von den Reifen für die DSC Rennen auf Holzbahnen(Bild3) und GT sowie Gruppe 245 Rennen auf Carrera Bahnen(Bild4). Bild 3:
Bild 4: Auffällig
ist das die Reifen für die Holzbahn schmaler sind und mehr Rundung in
den Kanten aufweisen. Überhaupt geht momentan der Trend eher zu 25mm Reifen auf 15mm Felgen. Auf den Carrerastrecken jedoch hat das Schienen Material mehr Federungseigenschaften so dass man problemlos Niederquerschnittsreifen fahren kann. Die meisten Serien mit modernen Fahrzeugen und eben solchen Reifen fahren auf Holz daher mit Moosgummireifen. Aber das ist ein anderer Artikel, von daher erst mal viel Erfolg beim Einsatz der ersten Wieselreifen. |