Projekt Porsche 911GT1 98 1998 gewann Porsche zum 50 Jährigen Jubiläum die 24h von Le Mans mit dem Porsche 911GT1 98. Das Fahrzeug wurde nur in dieser Saison eingesetzt und der Le Mans Sieg war auch der einzige in diesem Jahr. Nach Ablauf der Saison zog sich Porsche aus der "großen" Sportwagenklasse zurück und konzentriert sich auf den Kundensport mit GT3 und Cup Fahrzeugen. Normalerweise
wäre es für Tamiya oder einen anderen Bausatzhersteller Pflicht gewesen
dieses Siegerfahrzeug auch als 1/24 Bausatz zu bringen. Unverständlicherweise
passierte nichts, obwohl die Japaner bei Porsche Tausende von Fotos gemacht
haben. Es ist sehr schade das die großen Bausatzhersteller um die aktuellen
Le Mans Fahrzeuge einen Bogen machen. Michael Gräber, Besitzer von Automobil Miniaturen und Scaleproduction war so freundlich nur die Teile aus seinem Resine Kit zu verkaufen die benötigt wurden um den GFK-Body zu komplettieren. Eine sehr lobenswerte Handlungsweise die leider in der Szene nicht immer üblich ist! Bei so einem Händler wird natürlich bevorzugt bestellt. Aufgebaut wird der Wagen auf ein Momo SW1 Evo mit Fox Motor und Sakatsu Felgen. Hier noch mal eine Auflistung alle benötigten Teile: -Porsche 911GT1 98 von Slot und Modellcars -Scheiben, Fotoätzteile, Decals, Heckteil, Spiegel vom Scaleproduction Porsche 911GT1 98 -Momo SW 1 Evo -Satz Sakatsu BBS Felgen -Q-Model Fahrerfigur -Tamiya Toyota GTone -Tamiya Mercedes Benz CLK-GTR -Tamiya Porsche 911GT1 -Fox Motor -Werksreifen Größe 1 -Bremsscheiben für Sakatsu Felgen Wozu den Porsche, den Toyota und den Mercedes Bausatz ???
Hier kommt dann der Werkswahn zum tragen, ein einmaliges Modell zu bauen
welches höchsten Ansprüchen an Renn-und Concours Tauglichkeit erfüllt. Chassis: Die Endscheidung fiel hier auf das Momo SW1 Evo welches einen Carrera und einen Fox Motor aufnehmen kann. Das Fahrzeug soll zwar für die NDTSW aufgebaut werden wo nur der Fox Motor eingesetzt wird, aber das Momo Classic welches sich vom SW1 Evo nur durch eine andere Bodenplatte und den schmaleren Hinterachshalter unterscheidet, wurde trotzdem nicht gewählt. Grund hierfür ist das das Chassis asymmetrisch unter den Body geschraubt werden muss um Das Achszahnrad im Radkasten unterzubringen. Hier bietet sich das SW1 mit seinem 35mm breiten Hinterachshalter geradezu an. Das SW1 Evo eignet sich im Zusammenhang mit dem Fox Motor nur leider nur für Übersetzungen mit 12 Motorritzel, also wurde noch ein Loch für den Motorhalter gehohrt und ein Gewinde geschnitten. Eine Arbeit die Mit dem richtigen Werkzeug(2mm Bohrer M2,5 Gewindeschneider) und ein wenig Spiritus kein Problem darstellt. Rüstet man das Chassis mit einem selbstgebauten Aluhalter, der bei langen Übersetzungen für bessere Kühlung sorgt aus, kann man den Halter entsprechend länger bauen und sich das Bohren und Gewindeschneiden im Chassis sparen. Wie so ein Halter hergestellt wird erkläre ich später noch.
Auf den Bildern ist gut zu erkennen wie asymmetrisch das Chassis gebaut wurde. Den Vorderachshalter muss man mit der Dremmel etwas bearbeiten um den Leitkielhalter schräge stellen zu können, so steht der Leitkiel dann wieder mittig zu Spurbreite. Als Felgen wurden die bekannten Sakatsu BBS verbaut, die aber einer Spezialbehandlung unterzogen wurden. Nach dem Erleichtern wurden sie Goldeloxiert und anschließend am Rand wieder abgedreht, so bekommt man den typischen Porsche BBS Look. Die Reifen wurden vorne auf 27mm und hinten auf 28,5mm geschliffen, aufgrund der schräge stehenden Radkästen des Porsches konnten hinten nur 14,4mm breite Reifen verbaut werden. Durch die hohe Flanke hat der Reifen aber genug Grip. Vorne wurden Reifen aus einem der Tamiya Bausätze verwendet, hinten Werksreifen Größe 1. Hier noch ein Bild von unten, Die Karosserie wurde schon vor dem Lackieren auf das Chassis verklebt. Im Gegensatz zu anderen GFK-Kits stimmte der Radstand rechts und links überein und man musste nur die Radkästen leicht nachschleifen.
Die Hochzeit von Karosserie und Chassis ist für viele neben dem Lackieren das schwierigste am Bau eines Scaleracers. Wenn man die richtigen Schritte macht ist es jedoch Kinderleicht. Zusätzlich hat Motor Modern ein Detail eingebaut welches diese Aufgabe im Gegensatz zu anderen Chassis zusätzlich erleichtert. Folgendes sollte man prinzipiell beachten: Bei dem hier gezeigten Modell wurden Karosserie und Chassis vor dem Lackieren verklebt. Dies ist nur zu empfehlen wenn sich der Fahrereinsatz nachträglich montieren lässt. Vielfach sind die Karosserie Winkel im weg, dann sollte man die "Hochzeit" er vollziehen wenn die Karosserie incl. Interieur und Schieben fertig ist ! Vorab erst mal die Reihenfolge der Arbeitsschritte: 1.Das Chassis ist komplett fertig, d.h Reifen geschliffen, Spurweite und Bodenfreiheit eingestellt. Zusätzlich sollten die Karosseriehalter der Fahrzeugbreite endsprechend eingestellt werden . 2.Vor dem Verkleben sollte man mit Chassis, Interieur und Karosserie probieren ob alles zusammenpasst. Also sollte hier das Interieur ,wenn es nicht aus Lexan ist schon in seinen Abmessungen fertig sein. 3. Die Karosseriehalter sollten mit dem beiliegenden Moosgummi verklebt werden, Bei seitlich sehr bauchigen Karosserien (z.B GT40) kann es sinnvoll sein das Moosgummi erst in die Karosserie zu kleben. Zum verkleben empfiehlt sich Pattex Stabelit oder 2-k Epoxikleber. 4.Sämtliche bewegliche Chassisteile wie Federung und U-Träger (das gilt auch für Plafit und Schöler) sollten festgesetzt sein. Hier für nimmt man einfach die Hülsen heraus und schraubt die Schrauben wieder rein. Beim Momo macht man dies an den drei Punkten wo der U-Träger aufgehängt ist und an den beiden Federn vorne. 5.Die Karosserie stülpt man über das Chassis, die K-Träger sollten leicht auf Spannung sein, also das Moosgummi ein wenig eindrücken. Das Auto stellt man auf sein Baubrett, unter die Karosserie werden entsprechend der gewünschten Höhe Distanzen gelegt, diese können aus Messing, Alu, Holz oder ähnlichem bestehen. 6. Wenn alles passt, nimmt man die Karosserie wieder herunter, schmiert Kleber entweder auf das Moosgummi oder in die Karosserie. Anschließend stülpt man die Karosserie, dei man an den Seiten leicht auseinander ziehen sollte wieder über das Chassis und drückt sie soweit runter das die Karosserie auf den Distanzen aufliegt. Nun braucht man nur noch den seitlichen Versatz einzustellen. Wenn die Räder überall gleich in den Radkästen drinnen sind, stellt man das Auto samt Brett am besten auf einen Heizkörper um gutes Aushärten des Klebers zu ermöglichen. 7. Nach mindestens 4h aushärten wird die Karosserie wieder abgenommen, selbstverständlich so das die Karosseriehalter an der Karosserie bleiben. Nun werden auch die Federungspunkte des Chassis wieder gangbar gemacht und anschließend die Karosserie wieder aufgeschraubt und der Sitz kontrolliert. Hängt die Karosserie auf einer Seite zu tief kann man dies mit Nylon Achsdistanzen oder U-Scheiben beseitigen. Die Scheiben werden einfach unter die Schraube für den Karosseriehalter gelegt und kommen bei der Montage der Karosserie zwischen U-Träger und Karosserieträger Plättchen. Dies geht auch bei Plafit und Schöler Chassis, durch die größeren Schrauben am Momo verliert man die Scheiben aber nicht so leicht. Hat man beim verkleben nicht aufgepasst und einen seitlichen Versatz kommt nun die Besonderheit es Momo zum tragen. Es ist das einzige auf dem Markt befindliche Chassis bei dem die Karosserie nach verkleben und auf dem Chassis befindlich noch in der Längs und Querachse verstellt werden kann. Ursächlich hierfür sind die Gewindeplättchen die das Gegenstück zu der Schraube bilden die Karosserieplättchen und Winkel miteinander verbindet. Diese Verbindung kann mit einem 2mm Imbus also ohne Konterwerkzeug gelöst und festgeschraubt werden. So nun kommen wir zur Karosserie die zum Teil schon vor der Hochzeit bearbeitet wurde. Karosserie:
Die Karosserie ist in ihren Proportionen sehr gut gelungen, Die Lunker in der Karosserie lassen sich relativ einfach mit Holzspachtel beseitigen. Sehr viel komplizierter ist der Heckbereich. Die Karosserie wurde hier ausgefräst um Platz für das Scaleproduktion Heckteil und den Diffusor aus dem CLK-GTR Bausatz zu schaffen. Die Teile wurden nach dem einpassen verklebt und gespachtelt, als Spachtel kam hier Kunststoff aus dem Dental Bereich zum Einsatz.
Aus dem CLK Bausatz wurde ebenfalls der Heckspoiler adaptiert, er musste lediglich ein wenig schmaler gemacht werden und unten wurden zwei Kerbungen eingesägt. Als Halter wurden 1mm Polystrolplatten zurechtgeschnitten und mit Polystrolkleber an den Heckspoiler geklebt. Die Karosserie wurde nach dem Grundieren mit Gunze Weiß lackiert. Hier der derzeitige zustand der Karosserie
Beim
Decalbogen von Scale Produktion liegen zahlreiche wunderschöne Carbon
Decals bei. Trotzdem entschloss ich mich alle Carbonteile zu lackieren
um keienn Mix aus Carbon Decals und Carbon Lack zu haben. Für Carbonteile
benutze ich eine geheimrezept bestehend aus Gunze mattschwarz, silber
und grau.
Das
Tape wird einfach auf die entsprechenden Flächen geklebt und mit einem
Bastelcuttermesser (immer frische Klingen nehmen!) zurecht geschnitten.
Selbstverständlich
sollte man alle teile nicht nicht schwarz werden sollen ebenfalls abkleben,
nur allzu leicht ist der Sprühnebel auf der weißen Lackschicht drauf.
Kommen wir nun zu den Decals: Die Bunten Zierstreifen sind zwar recht groß und langgezogen lassen sich aber gut aufbringen. Mit entsprechend Micro Sol oder Gunze Decal Coat fügen sie sich auch wunderschön um die Ecken. Decals lassen sich meiner Meinung nach am schönsten im Winter auftragen weil man das Auto wunderschön zu trocknen auf die Heizung stellen kann
Etwas kompliziert sind die Decals für die Spiegel und die farbigen Markierungen unterhalb der Scheinwerfer. Diese sollte man unbedingt vor den bunten Streifen aufbringen weil das dunklere Blau unter dem Orange leicht durchschimmert. das Gleiche Problem hat man beiden Startnummernfeldern. Die Seitlichen National Farben sollte man zurechtschneiden und nach dem Nummernfeld aufbringen, bei der vorderen Flagge kann dies vorher geschehen weil der Porsche im Original auf den Nummernfeld noch mehrere Klebeband ähnliche Streifen hatte. Abschließend noch ein Bild des fertig bedecalten Fahrzeugs, als nächstes steht der Klarlack an.
Zu sehen sind nun noch mal 2 Bilder nach dem Klarlack, der Mipa Lack der in 3 Schichten aufgetragen wurde glänzt wie das Sprichwörtlich gepellte Ei.
Nun
geht es weiter mit dem komplettieren der Karosserie.
Interieur: Scaleproduktion liefert auch ein Armaturenbrett, doch dieses war mir zu schwer und das Ausfräsen zu mühsam. Beim Durchforsten der Bausatzbestände stieß ich auf den Toyota GTone, dieser Wagen war ebenso wie der Porsche ein Rechtslenker. Das Interieur wird zusammengeklebt und im unteren Bereich ca. 1cm gekürzt und das Loch mit Polystrol verschlossen. Das Cockpit des Porsches ist etwas breiter, deswegen wird das Toyota Cockpit mit Polystrol etwas verbreitert.
Im Querschnitt ist deutlich das unten gekürzte Cockpit zu erkennen, so gibt es garantiert keine Probleme mit den Teilen des Slotracing Chassis!
Statt dem oben abgebildeten Fahrer mit Sitz entschloss ich mich einen anderen zu verwenden, zusätzlich wird die Rücklehne des Toyota GTone Eingebaut. Der neue Fahrer entspricht dem des 60er Jahre Formel Fahrers. Der Sitz des Q-Model Fahrers wurde einfach an Rücken und Hintern abgeschnitten.
Gut
zuerkennen sind ebenfalls die gespachtelten Arme. Der große Nachteil an
den Q-Model Fahren ist das sie eigentlich nie richtig passen, insbesondere
die Hände am Lenkrad. Die
Wahl viel auf S.Ortelli, lieber hätte ich McNish genommen doch ich
wand kein Schottenmuster in den Schwedischen Farben.
Während
der Trocknungszeit widmete ich mich den Gurten, 6 Punkte waren schwer
zu realisieren weil die Tiefe des Fahrers fehlt doch ein 4 Punkt Gurt
war schnell mit den Modellers Gurten hinzukriegen.
Dann kamen die einzig wahren Gurte im Scaleracing: Modellers!
Mit
ein paar Teilen aus der Restekiste und ein paar Kabeln wurde dann das
Interieur zusätzlich verfeinert. Außerdem bekam Der Ortelli Helm noch
ein paar Decals, ein Gesicht, Trinkschlauch und das obligatorische Funkkabel.
Nicht zu vergessen ein bewegliches Visier mit Porsche Schriftzug auf dem
weißen Streifen!
Und so sieht es dann im Auto aus:
Sonstiges/Kleinteile: Zum
Schluss wurden noch die Tankverschlüsse (siehe Bild oben), Der Scheibenwischer,
der e-Schalter, die Starnummernbeleuchtung und eine Antenne angebracht. als letzte Arbeit wurden dann noch Reifendecals angebracht, diese nahm ich ebenfalls aus dem Toyota GTone Bausatz, fehlten nur noch die Bremsscheiben?! Glücklicherweise
gibt es findige Händler die einfach alles haben was das herz begehrt. Daher nochmals ein fettes Danke!
Der
Porsche hat am Samstag den 01.11 beim NDTSW Rennen in Hamburg seine Feuertaufe,
am Montag lief er bei nicht ganz so guten Bahnzustand schon 9,04s. Nachtrag: der Porsche gewann gleich sein erstes Rennen, den NDTSW LAuf in Hamburg mit 162.36Rd.! |