Projekt Ferrari 612 Can-Am oder auch der Nieten Wahnsinn!

Mit dem 612 Can-Am legte Karl-Heinz Hornberg, der bisher durch seine hervorragenden Kunstdrucke bekannt geworden ist, seinen ersten Slot Kit auf.
Das Fahrzeug wurde von GD-Cartuning in sehr guter Qualität gefertigt.
Als Besonderheit hat der Modellkit ca.379?? angedeutete Löcher die korrekterweise mit Nieten zu bestücken sind.
Die Scaleracer werden immer gerne als Nietenzähler bezeichnet, bisher habe ich es wohl nicht mehr als auf 25 Nieten an einem einzigen Auto gebracht, mal sehen ob mich dieser Kit nun in den Wahnsinn treibt oder den Ruf als Nietenzähler bestätigt.
Allerdings kann ich bei der Zahl auch nicht garantieren das ich mich nicht verzählt habe,-)))

Der Can-Am Ferrari soll das Einsatzfahrzeug für die NDSC Saison 2003/2004 werden.
Um den Ansprüchen der Jury gerecht zu werden und den Exzellenten anderen Fahrzeugen in Bezug auf die Optik ebenbürtig zu sein, werden bei diesem Auto besondere Details und Feinheiten verbaut.
Diese Dinge sind aber m.E. kein Muss um in Concours die maximale Punktzahl zu erreichen, sie spiegeln eher den inoffiziellen Wettbewerb des "Best of Show" Fahrzeuges wieder der in dieser Saison von S.Wiesel und in der Vorsaison von A.Gritzka gewonnen wurde.
Außerdem macht es einfach Spaß auch mal ein sehr aufwendiges Auto zu bauen.


Vorab kommen wir erst einmal zu den benötigten Dingen:

Ferrari 612 Can.Am von Fein Design
Motor Modern Classic
Fox Motor
Q-Model Fahrerfigur
Sakatsu Felgen

Nicht im Bild:
400 Sakatsu Nieten 
Interieur von Phönix Racecars
Getriebe

Karosserie:

Zuerst wurde der Body von innen an eineigen Stellen erleichtert.
Anschließend ging es gleich weiter mit dem Nietenlöcher bohren,. Mit einem 0,5mm Bohrer und der Proxxon wurden ca.379 Löcher in die Karosserie gebohrt.
Das Zählen war hier bei wesentlich anstrengender wie das Bohren und verzählen kann man sich dort auch nur allzu leicht,-)))

Vorne besaß das Original kleine Flossen an den Seiten, die Bauanleitung empfiehlt Alu oder Plastik für diese auch Winglets genannten Teile zu verwenden.
Optimal eignen sich dafür die kleinen Bleche die wir von 3,5 Zoll Disketten kennen.
Da heutzutage nur noch CD´s verwendet werden, viel es mir nicht schwer eine Diskette zu opfern.
Zur Befestigung wird mit der Proxxon samt dünner Trennscheibe ein Schlitz in die Karosserie gefräst. Die Winglets werden entsprechend der Bauanleitung ausgeschnitten, zuzüglich des Stücks welches nachher in der Karosserie verschwindet.
Befestigen kann man diese entweder mit 2k Kleber oder mit doppelseitigen Spiegelklebeband.
Aber natürlich erst nach dem lackieren.

Der Nietenwahnsinn erster Teil

Heute Abend um 22.00Uhr ging es los, die ersten 100 Nieten sollte in die Karosserie.
Zuerst nahm ich eine Nadel tauchte sie in Sekundenkleber und dann in das Loch.
Mit der Pinzette wurde dann versucht, die Nieten ins Loch zu stecken, super über 50 der teuren Dinger flogen davon, außerdem war der Sekundenkleber zu schnell hart, wenn ich bis zum Loch kam ging das Teil nicht rein,-(((
Zweiter Test mit Uhu Endfest (der Grüne), aufgrund der langen Topfzeit von 2h konnte ich mit wenig Kleber lange arbeiten.
Die Löcher wurden noch mal etwas geweitet, in dem der 0,5mm Bohrer 3mal rauf und runter geführt wurde. Nun wurden die Nieten mit der Pinzette neben das Loche gelegt und mit einem Panel Scriber (zum Fugennachzeihen bei Resine Kits) in das Loch positioniert. Das ging super, während von den ersten 100 Nieten nur 66 ihren Weg ins Loch fanden gingen von den zweiten 100 immerhin 93 ins Ziel.
Mit einmal für kleine Slotracer und ´nen Schluck Cola trinken hat es 107 Minuten gebraucht die 159 Teilchen zu versenken. Wer es schneller schafft und dabei keine Einzige verliert kann sich als Gehirn Chirurg bewerben.

Am zweiten Abend ging es noch besser, nach weiteren zwei Paketen war es einfacher die fehlenden Nieten zu zählen, 83 mussten noch gesetzt werden, dabei waren 400 schon verwendet und von den Anfang über 30 Verlusten blieben bei den letzten beiden Paketen nur jeweils 4-5 auf der Strecke, sind in den Sakatsu Päckchen weniger wie 100 Nieten drinnen,?

Oder hat der Can-Am Ferrari noch mehr Nieten als bisher gezählt???

Zwei Sakatsu Päckchen wurden durchgezählt und beide male kam ich auf 100 Nieten, gar nicht schlecht abgepackt die kleinen Dinger. Flugs wurden bei Jens Scaleracing 2 neue Päckchen bestellt. Ein Glück das Siegrid Jens mit dem Versenden sehr schnell ist, so konnten schon wenig später die restlichen Nieten verklebt werden.
Nachdem dies vollbracht war, wurden noch mal alle Nieten gezählt und siehe da, beim ersten Male hatte ich mich um eine 100er Potenz verzählt, nicht 379 sondern ca. 482 Nieten zieren den Ferrari.

Ich und sicher auch Pit sind schon gespannt wie die Karosserie/Nieten grundiert aussehen.

Da sind sie: 482 Nieten grundiert! Das ganze wird noch mal übergeschliffen und dann kommt das Tamiya Rot drauf.

Vor dem Grundieren wurde noch der Öl Kühler und das Luftleitblech für die Version mit der Orangen 16 angeklebt. Als Blech wurde nicht das Original verwendet, dies war leider etwas zu dick um es schön zu biegen. Aus der Restekiste wurde ein geeignetes Fotoätzstück zurechtgeschnitten und nicht wie in der Bauanleitung auf die Karosserie sondern mit Uhu endfest seitlich in die Karosseriesenke geklebt.

Lackiert wurde mit Tamiya Rot aus dem Gläschen, durch den grauen Untergrund gab es den herrlichen spät 60er Ferrari Rot Ton. Steht auch den Nieten gut,-))).

Die 16 mit der Orangen Umrandung passt genau zwischen die Nieten, wie man auf diesem Foto sieht. Leider haben die beigelegten DMC Decals nicht die Qualität wie vergleichbare Decals aus amerikanischer, italienischer oder japanischer Produktion. Die Italienischen Flaggen sind leider etwas aus der Flucht und das Gelb des Ferrari Emblem liegt nicht genau auf dem weisen Untergrund. Es fällt zwar nur auf wenn man ganz ganz genau hinschaut, aber etwas mehr Mühe könnte man sich bei DMC schon geben.

 





Um das Auto und die Decals zu schützen wurden 3 Schichten MIPA 2-K Lack aufgetragen.
Die erste Schicht wurde ohne Verdünner nur genebelt, nach 40 Minuten kam die zweite Schicht mit 10%  Verdünner aufs Auto. Nachdem aushärten wurde die Karosserie mit 1000er Schleifvlies angeschliffen und mit ca.15% Verdünner zum letzten Male lackiert.

Die Karosserie wird nun nach und nach mit ihren Anbauteilen versehen:

Dabei viel auf, das die Motorattrappe falsch herum gefertigt wurde, in allen Büchern ist die rechte Zylinderbank nach vorne versetzt bei dem Model die Linke, ein Manko mit dem sich aber sicher leben lässt.

Leider war im Bausatz keine Getriebeattrappe vorhanden. Mit Hilfe der vorhandenen Auspuffrohre, einer Getriebeglocke von einem 512M, 2 Nadeln und 2 Schläuchen aus dem Accurate M8B Bausatz wurde diese hergestellt. Zusätzlich kam als Gimmick noch ein Gewebeschlauch für den Getriebeöl Kreislauf hinzu.

Interieur:
Zwischendurch hat man ja genug Langeweile, also hab ich mich schon mal an den Driver gemacht. Der Q-Model Fahrer(heute nimmt man natürlich einen Werksfahrerclassic aus dem Werksshop!) wurde entsprechend zurechtgeschnitten und mit dünneren Armen versehen. Da der 612 Can-Am als Gruppe 7 Auto mit 6,2-6,9l Hubraum relativ klein war musste natürlich ordentlich im Getriebe gerührt werden,-)))
Folglich liegt die eine Hand auch auf dem Schaltknüppel um den Motor immer im optimalen Drehzahlband zu halten. Dafür wurde die Hand einfach am Gelenk abgeschnitten, die Schnittstelle mit der Feile geglättet und mit Sekundenkleber wieder angeklebt.
Ebenso könnt ihr erkennen ,das der Gasfuß ordentlich durchgedrückt sind, dieser soll nachher auf dem Gaspedal ruhen.

Die Fahrerfigur wird mit Humbrol Matt Weiß mehrfach angepinselt. Ggf. muss man zwischendurch an den Schultern schleifen, weil die Farbe gleichzeitig der Füller für die Nähte ist. Hier empfiehlt es sich 240 Korn zu nehmen und anschließend noch mal den Fahrer anzupinseln.

Tja und das war nun quasi für die Katz, den Karl-Heinz Hornberg(Fein-Design) überraschte mit einem kleinen Paket in dem sich ein Tiefziehteil für den 612 Can Am befand:

Da es wesentlich leichter und auch dem Original näher kam wie dem Resine Teil von Phönix Racecars, welches aus einem Chaparral entstand, sollte es natürlich auch verbaut werden. Nur leider passte die bereits angefertigte Fahrerfigur nicht mehr, also müsste ein neues Q-Model Männchen gebastelt werden.
Dafür brauch ich für den nächsten Chaparral den Fahrer nur aus der Schublade zu ziehen ,-)))
Weil die Mittelarmlehne der Sitzes sehr hoch war musste der linke Arm einmal eingesägt und gebogen werden, beim Rechten wurde nur gesägt und gebogen dafür kam zusätzlich noch die Hand ab!
Links könnte dem armen Mann je nach Lenkrad Haltung diese Operation auch noch drohen. Hier ein Bild des verwundeten ohne Verbände:

So sitzt er dann im Inlett:

Das Interieur wurde Mattschwarz gebrusht(Humbrol ) und anschließend der Sitz Matt Rot angemalt, dafür sind mindestens 3 Schichten der des Matt Rot von Humbrol notwendig.

Der Fahrer wurde matt Weiß angemalen und mit dem typischen roten Streifen versehen.
Schaltknüppel, Pedale und Gurte wurden zusätzlich angebracht.
Wie man sieht hat der rechte Fuß das Pedal ganz runter gedrückt,-)))

Zwischenzeitlich wurde der Grundierte Helm weiß lackiert und mit dem Chris Amon typischen Helmdesign versehen, je ein roter und blauer vorne und hinten breiter werdender Streifen.
Die farbigen Streifen wurden mit 3M Folie angefertigt. Frei nach Schnauze mit einem Cuttermesser ausgeschnitten und aufgeklebt.
Mit dem blauen war ich nach 3 Versuchen zufrieden mit dem Roten erst nach 6 Versuchen. Nicht nur Nieten setzen verlangt Geduld.

 

 

Das Interieur wurde dann von unten mit 2K-Kleber in die Karosserie geklebt

Chassis:

Bisher kam ich noch gar nicht auf das Thema Chassis zu sprechen.
Das Fahrwerk ist bei den vielen Nieten etwas zu kurz gekommen, was sich nun ändern soll. Schließlich soll ein richtiger Scaleracer nicht nur schöne aussehen sondern auch schnell fahren.
Abermals kommt das Motor Modern Classic zum Einsatz.
Die Sakatsu Felgen wurden erst mal vom Felgendreher erleichtert:
Weniger Wandstärke, die störenden Bunde weg und die vorderen Felgen auf 6mm geschmälert. Dabei wurden auch die vorderen Einsätze schmaler gemacht, sonst würden sie nicht mehr in die schmalen Felgen reinpassen.
Das kann man sich heute mit den leichten Werksfelgen alles sparen!
Die Einsätze wurden mit Pactra/Testors Gold Lackiert, doch was mit den silbernen Rand der Felgen machen???
Sieht irgendwie Blöd an einem Ferrari aus, goldener Einsatz mit silbernem Rand???
Wie beim Mehrteiler in der Glotze wird das auch hier erst später verraten ,-)))

Die Reifen wurden vorne auf 6x 24,5 und hinten auf 14,5x25,5 geschliffen.
So ist genug Luft fürs Feintuning und die hinteren Reifen werden nicht gleich zu klein.

Beim Chassis sollen natürlich weitere Spezialteile verbaut werden, schließlich schläft die Konkurrenz nicht.
Neben den schon erwähnten erleichterten Felgen, kommen Alu Motorhalter, offene Kugellager, Carbonachse vorne, Titanachse hinten und Karbon Winkel zur Karosserie Montage zum Einsatz.

Ein ganz besonders Schmakerl war wieder mal in einem Paket, diesmal von Motor Modern. Karl Janda war so begeistert von dem Ferrari, das er eins der Vorserien Lightwight Sets, welches das Werk ausgiebig testen sollte, in Gold eloxieren lies.

Wann es diese Sets zu kaufen gibt erfahrt ihr sicher auch der Motor-Modern Homepage.
Beim Ferrari wurden der Leitkielhalter und der U-Träger verbaut, wodurch das Gewicht im oberen teil des Chassis um 6,5 gr. reduziert werden konnte.
Optional kann später auch noch die V-Platte durch das Aluteil ersetzt werden.

Schlussendlich wurde nach dem schon bekannten Schema die Hochzeit von Karosserie und Chassis durchgeführt um Gewicht zu sparen kamen hier die Werks- Carbonwinkel zum Einsatz.

Ob ich noch mal über 480 Nieten bei einem Auto verbaue kann ich nicht sagen, wie man hört arbeitet Fein-Design an einem neuen 612 Can-Am, in der Version mit Heckspoiler und ohne Motorabdeckung, wer weiß wie viele Nieten dies mal zu setzen sind,-))))